Auch wenn es Ihnen trivial erscheint: Nicht nur Ihre eigenen, auch die Wertvorstellungen Ihres Verhandlungsgegners müssen Sie kennen.
Hierzu einige Beispiele:
Wenn Ihr Verhandlungspartner beispielsweise ein geduldiger und einfühlsamer Mensch ist, können Sie davon ausgehen, dass er in der Verhandlung vor allem nach solchen Lösungen sucht, die möglichst allen Seiten gerecht werden. Für Ihre Strategie heißt dies aber auch, dass Sie ihn bei einem Angriff leicht überrollen können. Bevor Sie sich aber für eine solche Strategie entscheiden, sollten Sie bedenken, dass Ihre Beziehung zu ihm im weiteren Verlauf der Verhandlung verschlechtert wird. Schlimmstenfalls kann es zum Abbruch der Verhandlung führen.
Umgekehrt wird ein Pfennigfuchser in Verhandlungen niemals großzügig über größere (Geld-)Beträge entscheiden. Für Ihre Strategie heißt dies zunächst einmal, dass Sie sich überlegen sollten, mit welchen Zugeständnissen Sie ihn zu eben diesem Verhalten bringen können. Es bedeutet aber auch, bei jedem unerwarteten Zugeständnis, das er Ihnen in diese Richtung macht, sich zu überlegen, wo Sie vielleicht Ihrerseits ungewollte Zugeständnisse gemacht haben: Denn womöglich haben Sie seine Erwartung an einem bestimmten Punkt übererfüllt.