Es wäre ja schön, wenn es den hundertprozentigen Lebenslauf gäbe. Aber schon ein einfacher Stellenwechsel oder, umgekehrt, gar kein Stellenwechsel führt zu Nachfragen: Im ersten Fall, ob und/oder wo Sie Fehler gemacht haben, im zweiten Falle, ob Sie vielleicht zu wenig Ehrgeiz hätten, beruflich weiterzukommen.
Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Ihre Schwachstellen einer Einstellung nicht im Wege stehen - schließlich hat man Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Allerdings müssen Sie Fehler und Schwächen überzeugend erklären und entkräften können. Dazu ist es unabdingbar, dass Sie Ihren beruflichen Werdegang und Ihre derzeitigen Kenntnisse auf folgende Punkte hin untersuchen: Welche Defizite haben Sie hinsichtlich der zu besetzenden Stelle? Und: Welche Punkte Ihres Lebenslaufes könnten erklärungsbedürftig erscheienen?
Folgende Strategien haben sich im Umgang mit persönlichen Schwachstellen bewährt:
Nennen Sie objektive Gründe: Plausible Gründe, z. B. für lange Studienzeiten, sind z. B.: Verdienst des Lebensunterhalts oder Pflege eines kranken Familienmitgliedes. Betriebsauflösung oder Rationalisierung ist eine einleuchtende Erklärung für Arbeitslosigkeit.
Betonen Sie Positives: Wenn Sie z. B. derzeit ohne Beschäftigung sind, stellen Sie heraus, dass Sie die Zeit nutzen, um sich gezielt weiterzubilden.
Stellen Sie alternative Stärken heraus: Defizite verlieren nämlich an Bedeutung, wenn Sie besondere Stärken ins Feld führen können. Besteht z. B. Skepsis wegen Ihres Alters, stellen Sie konkrete Erfahrungen und Berufspraxis heraus, die für die angestrebte Stelle besonders wichtig sind.
Bieten Sie einen konkreten Ausgleich an: Wenn Sie bestimmte Kenntnisse nicht haben, wird es besonders positiv aufgenommen, wenn Sie zeigen, dass Sie bereits konkrete Schritte eingeleitet haben, diese auszugleichen, z. B. indem Sie sich für einen Abendkurs angemeldet haben.
Werten Sie Fehler als Erfahrung: Wenn Sie zu einer Fehlentscheidung stehen, nehmen Sie Ihrem Gegenüber den Wind aus den Segeln. Dies gelingt allerdings nur, wenn Sie zugleich deutlich machen, dass und wie Sie aus Fehlern gelernt haben.